Krankenhaus die Zweite

verkürzter Gebärmutterhals

Seit meiner Entlassung sind genau 3 Wochen vergangen. Ich war artig auf dem Sofa und habe mich geschont. Aber ich spürte bereits auf dem Weg zu meiner Gynäkologin, dass ich wieder ins Krankenhaus musste. Ich fragte meinen Mann wie ich ihn benachrichtigen sollte. Er verstand meine Unruhe gar nicht.

Zu diesem Termin sollte meine Mutter mich begleiten. Sie wollte ihre Enkel mal wieder sehen. Zuerst wurde ich an das CTG angeschlossen. Das dauerte ewig, da sie die Kinder einzeln aufnahmen und das Gerät ständig ausfiel.

Ich ging zuerst allein rein zu meiner Gynäkologin. Meine Mutter sollte erst zum Ultraschall der Twins dazu kommen. Doch soweit kam es nicht. Bereits beim Tasten machte meine Frauenärztin ein besorgtes Gesicht. Der Ultraschall des Gebärmutterhalses sollte uns zeigen, was los war. Der Gebärmutterhals war stark belastet und hatte nur noch eine Länge von 11mm.

Ich musste also wieder ins Krankenhaus. Meine Mutter nahm sich den Tag frei und fuhr mich hin. Wir hatten es also schon bis 30+6 geschafft.

Im Krankenhaus wurde ich durch gecheckt, das CTG zeigte nun wieder Wehen. Ich vermute die Aufregung, denn ich spürte sie wieder nicht.

Ich wurde wieder stationär aufgenommen, zunächst bis übers Wochenende. Die Dosis des Magnesiums wurde verdreifacht. Gegen die Wehen bekam ich Bryophyllum. Dies ist ein pflanzlicher Wehenhemmer. Und ich durfte mein Bett nur noch für die Toilette verlassen. Nächstes Ziel 32+0!

Meine Tasche hatte ich nur halb gepackt. Aber der liebe Mann hatte mittlerweile Übung. Wäsche hatte ich sowieso nur für eine Woche, aber der gute Ehemann hatte fleißig gewaschen und mich mit frischer Wäsche versorgt.

Das Krankenhaus hatte zum Glück elektrische Betten, so dass ich mich auch ohne Hilfe aufsetzen konnte. Auf dem Bauch schlafen ging mittlerweile nicht mehr. Ich drehte mich also von links nach rechts. Kostenloses WLAN und Fernsehen sei Dank verging die Zeit ganz gut. Dieses Mal hatte ich kein Einzelzimmer. Meine erste Bettnachbarin hatte leichte Wehen in der 40. Woche. Sie wurde jedoch nach zwei Tagen entlassen. Die nächste blieb auch zwei Tage, vorzeitige Wehen. Das kam mir alles so bekannt vor. Hatte ich das ja auch schon hinter mir. Das könnt ihr hier gern nachlesen.

Die nächste Zimmernachbarin sollte mich eine Weile begleiten. Sie war ebenfalls Zwillingsschwanger jedoch mit zwei Mädchen und eine Woche hinter mir.

Die erste Woche meines Aufenthaltes verlief Tag für Tag gleich. Jeden Morgen ein CTG im Bett, Visite, drei Mahlzeiten, schlafen. Ich war froh, dass ich noch zur Toilette durfte, wollte aber unbedingt mal duschen. Alle zwei Tage mal leichte Wehen.

Bei 31+6 hatte ich die nächste Kontrolluntersuchung. Gott sei Dank, der Gebärmutterhals hatte sich wieder etwas erholt. 28mm. Die Twins hatten mittlerweile ein Gewicht von 1.850g und 1.950g. Jedoch hatte ich nun zu viel Fruchtwasser. Meine Zuckerwerte sollten jetzt auf jeden Fall im Normbereich liegen. Irgendwas ist ja immer. Aber die Twins hatten fast die 2kg erreicht. Ein weiteres wichtiges Ziel für mich.

Am nächsten Tag bekam ich das ok, wieder aufstehen zu dürfen. Fürs CTG und auch zum Buffet (Frühstück und Abendbrot) durfte ich nun gehen. Und duschen, wie herrlich! Wenn der Gebärmutterhals hält, dann geht es bald nach Hause. Der Arzt ist zuversichtlich, dass wir es bis 34+0 schaffen.

Mit meiner Zimmernachbarin freundete ich mich schnell an. Unser Motto: Wieder einen Tag geschafft! Wir schauten dieselben Trash TV Sendungen und unterhielten uns darüber, tauschten uns über anstehende Anschaffungen aus. Gemeinsam litten wir unter der Hitze. Wir durften immer abwechselnd mal das Bett verlassen, so dass wir uns gegenseitig etwas vom Buffet besorgen konnten. Unsere Highlights des Tages waren die Essensauswahl zum Mittag und die lustige Putzfrau Heidi.

Es war toll jemanden in der selben Situation zu haben. Nicht nur, dass sie ebenfalls Zwillinge erwartete, wir hatten auch die selben Komplikationen. Das verband.

32+0! Geschafft! Nächstes Etappenziel 34+0

Die Frühchenstation kam und erklärte mir und dem werdenden Papa welche Unterstützung die Twins benötigen würden, sollten sie jetzt geboren werden. Sie hatte ein Fotoalbum der Frühchenstation und alle Materialien die verwendet werden könnten mit dabei. So konnten wir schonmal eine Magensonde anfassen, Bilder eines Inkubators sehen, usw.. Für den Fall der Fälle wird es einem nicht fremd vorkommen.

Bei der nächsten Kontrolle 32+3 hatte sich der Gebärmutterhals wieder auf 20mm verkürzt. Also wieder zurück ins Bett. Mittlerweile nahm ich nicht mehr zu. So, dass ich zum Mittag jetzt große Portionen zu Essen bekam. Durch die Verkürzung des Gebärmutterhalses stand nun fest, bis 34+0 bleibe ich auf jeden Fall im Krankenhaus. Und das fand ich auch ganz gut so. Meiner Bettnachbarin erging es genauso.

Am nächsten Tag kam die Frühchenstation wieder. Sie ließen sich wirklich regelmäßig blicken und waren für alle Fragen verfügbar. Auch die Stillberatung kam alle paar Tage vorbei. Hier bekam ich Informationen zum Zwillinge stillen, abpumpen und auch Hinweise im Zusammenhang mit meinem Schwangerschaftsdiabetes.

34. Schwangerschaftswoche
34. Schwangerschaftswoche

Grundsätzlich ist es für mich nicht schlimm gewesen im Krankenhaus zu sein. Ich hatte jeden Tag Besuch, habe viel gelesen und unsere Hochzeitsfeier geplant. Es nahm mir jedoch die Möglichkeit Dinge bewusst ein letztes Mal zu tun, bevor die Twins dazu kommen sollten.

  • ein letztes Mal zusammen ins Kino
  • ein letztes Mal zu zweit Essen gehen
  • nochmal zum Frisör
  • das Kinderzimmer einrichten

Die 34. Woche verlief ereignislos. Vom liegen bekam ich langsam Rückenschmerzen, nahm weiter ab und die Thrombosestrümpfe rutschten. Meine Haut riss immer weiter.

34+0! Geschafft! Nächstes Ziel 37+0

Ich hatte die nächste Kontrolluntersuchung. Die Twins wogen nun 2.500g und 2.550g. Der Gebärmutterhals blieb konstant bei 2cm. Ich wurde entlassen. Richtig wohl war mir dabei nicht. Für die Ärzte war das Ziel aber nun erreicht, sollten die Twins sich auf den Weg machen, würde man es nicht mehr aufhalten.

Ich ging mit dem Kaiserschnitttermin in der Tasche für 37+4.

Musstet ihr in eurer Schwangerschaft auch ins Krankenhaus?
Wie war das für euch?

 

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