Mein Wochenbett, das kein Wochenbett war

Wochenbett

Als Wochenbett bezeichnet man die Zeit von der Entbindung bis ca. 6 – 8 Wochen danach. Diese Zeit sollte die Frau nutzen um sich von der Schwangerschaft und der Geburt zu erholen. Die Wunden der Geburt können heilen. Sie sollte sich mit ihrem Baby vertraut machen. Sie müssen einander kennen lernen. Das Stillen muss sich noch einspielen. Viel kuscheln und – wie der Name schon sagt – eine gewisse Zeit im Bett verbringen. Vor allem in den ersten 10 Tagen sollte die Frau sich besonders schonen.

Ja, soweit die Theorie. Wenn die Babys jedoch auf der Intensivstation liegen, dann ist das Wochenbett plötzlich Nebensache. Ins Bett legen?! Kam nicht in Frage. Ich wollte ja bei meinen Babies sein. Ich hatte Glück, wir hatten sehr bequeme Sessel auf der Neo. Tagelanges kuscheln reduzierte sich hier jedoch auf wenige Stunden am Tag. Stillen?! Ein ganz anderes Thema. Von einspielen waren wir weit entfernt.

Aber auch ich hatte zwei Wunden wo einst die Plazenten saßen. Durch den Kaiserschnitt und die damit einhergehende Ausschabung heilten diese sehr gut. Aber der Wochenfluss gehörte trotzdem dazu. Ganz zu schweigen von den Nachwehen in den ersten zwei Tagen. Ein Kaiserschnitt ist eine große Bauchoperation. Die Narbe musste ebenso heilen. Ich empfehle euch für die ersten Tage unbedingt die Einweg Höschen und Vorlagen aus dem Krankenhaus zu nehmen.

Einige Frauen bekommen einen Babyblues. Aber mit zwei Kindern auf der Frühchenstation hatte ich hierfür gar keine Zeit. Ja, ich hatte auch einen Heultag, aber ich war so beschäftigt. Ich konnte es mir einfach nicht erlauben durch zu hängen.

Nach 14 Tagen ging es nach Hause, der Papa hatte die nächsten vier Wochen frei. Das war wundervoll. In der ersten Woche daheim hatten wir noch keinen Besuch, aber dann gaben sich hier die Gäste die Klinke in die Hand. Wobei wir es auf einen Besucher pro Tag limitierten. Aber wir waren auch viel unterwegs. Hatten unsere Hochzeitsfeier zu planen und waren dabei den Garten neu zu gestalten oder einfach nur spazieren.

Nach vier Wochen war ich körperlich so fit, da begann ich die beiden im Tragetuch zu tragen. Die Belastung auf den Beckenboden war minimal. Ein Kind in der Babyschale zu Tragen war anstrengender gewesen. Schon in der Folgewoche fing ich mit der Rückbildungsgymnastik an. Meine betreuende Hebamme leitete den Kurs und fand mich schon fit genug.

Auch wenn mein Wochenbett kein klassisches Wochenbett war, so hat es der Bindung mit meinen Kindern nicht geschadet. Auch das Stillen klappte nach anfänglichen Schwierigkeiten. Körperlich habe ich mich gut erholt.

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