Unsere Taufe der Zwillinge

Taufe der Zwillinge

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Vor einem halben Jahr haben wir unsere Twins taufen lassen. Mir war das besonders wichtig. Mein Mann hätte auch gewartet, bis sie dies selbst entscheiden können. Doch so war es bei mir und das wollte ich für meine Kinder nicht. Ich habe mich im Alter von 10 oder 11 Jahren bewusst für die Taufe entschieden, denn ich bin seit meinem 7. Lebensjahr eng mit der Kirche verbunden.

Die Paten

Bereits in der Schwangerschaft hatten wir uns für Paten entschieden. Und das war eine der schwersten Entscheidungen. Nicht, weil wir keine Idee hatten, sondern weil diese unseren Familien nicht gefallen hat. Wir hatten jedoch für uns entschieden, dass wir nicht für die Familie taufen lassen, sondern für uns. Und wir hatten die Paten so gewählt, wie es ursprünglich mal vorgesehen war. Wer soll unsere Kinder bekommen, sollte uns beiden etwas passieren? Oft sind die Geschwister die nahe liegenden Personen. Für uns war es dies nicht. Aus unterschiedlichen Gründen. Wir entscheiden uns für zwei Paten je Kind.

Als erstes wählten wir ein befreundetes Ehepaar. Sie bei Kind 1, er bei Kind 2. Als wir sie fragten waren sie hin und weg. Als zweites wählte jeder von uns eine Person. Es sollte jedes Kind sowohl einen weiblichen als auch einen männlichen Paten haben. Mein Mann wählte für Kind 1 seinen Neffen. Er ist sein erster Neffe und sie haben eine besondere Verbindung zueinander. Er freute sich sehr über diesen Vertrauensbeweis. Ich wählte für Kind 2 die weibliche Patin. Und es wurde meine Nichte, meine Ex-angeheiratete-Nichte. Sie wurde mir in der Scheidung zugesprochen. 😉 Ich war ihre Trauzeugin und bin bei ihrem Erstgeborenen Patin.

Die Vorbereitung

Nach dem wir die Paten gewählt hatten und sie bereit waren dieses Amt zu übernehmen ging es um die Terminfindung. Ich wünschte mir eine Taufe im Winter, und Doodle sei dank fanden wir einen Termin. Aber wirklich auch nur einen.

Mein größter Wunsch und auch mein Dealbreaker war, dass mein Pastor die Taufe durchführte. Ich nenne ihn gern unseren Familienpastor. Er begleitet mich mein gesamtes Kirchenleben. Durch ihn wurde ich bereits getauft und nun meine Kinder. Er stimmte dem gerne zu.

Die Wahl der Kirche klappte nicht auf Anhieb. Unsere Kirchengemeinde wollte uns die Kirche nicht überlassen. Zum einen konnte ich es verstehen, handelt es sich bei der Taufe um die Aufnahme in die Gemeinde, zum anderen muss man in der heutigen Zeit durchaus offener sein.

Eine tolle Alternative fand sich schnell, doch diese war nicht bezahlbar. 700 Euro Miete für eine Stunde Gottesdienst und dann auch noch ungeheizt Ende November. Da machte der Mann nicht mit. Und so kamen wir zu Option Nummer drei. Die Taufkirche meines Mannes. Diese ist wunderschön, die Kirchengemeinde war damit einverstanden und freute sich über eine Spende.

Da wir bei unserer Hochzeitsfeier wahnsinnig viel selbst gemacht hatten, wollte ich dieses Mal nichts zu tun haben. So entschieden wir uns nach dem Gottesdienst in ein Restaurant zu gehen. Wir hatten auch direkt eines im Kopf. Und welch Glück, sie hatten den Tag auch noch frei. Es sollte also nach dem Gottesdienst ein Mittagessen geben. Das Menü war schnell ausgewählt. Nach dem Mittagessen sollte Schluss sein, so ein Tag ist dann ja auch lang genug.

Die Wahl der Taufsprüche gestaltete sich etwas schwieriger, mein Mann wollte nicht das Gott, Herr oder Engel darin vorkamen oder eine Anspielung auf eine Abhängigkeit zu ihm. Aber auch hier wurden wir fündig:

„Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein, Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten.“

Sprüche 2, 10-11

Wir entschieden uns einen Taufspruch für beide Kinder zu nehmen. Wir wollten ihnen doch auch dasselbe mit auf den Weg geben.

Um den Ablauf des Gottesdienstes und die nötigen Formalitäten zu besprechen, kam unser Pastor zu Besuch. Da er bereits meine Neffen taufte, kannte ich seinen Gottesdienst. Bei zwei Kindern gibt es die Möglichkeit diese nacheinander zu taufen, oder gemeinsam. Wir entschieden uns für eine gemeinsame Taufe. So zieht sich der Gottesdienst auch nicht unnötig in die Länge.

Unsere Einladungen und Tischkarten
Unsere Einladungen und Tischkarten

Da nun alle Rahmendaten feststanden, ging es an die Einladungen. Diese fand ich online mit passenden Platzkarten. Das Kirchenheft brachte unser Pastor mit und die Küsterin kannte unsere Liederwünsche und sollte Orgel spielen. Unsere Hochzeitsfotografin wollte Bilder machen. Mir war das wichtig, da wir fast keine Familienbilder hatten. Die Outfits der Jungs hatte ich zusammen. Die Taufkerzen bastelte eine Patin. Nur noch die Anmeldung zur Taufe mit folgenden Unterlagen:

  • Patenbescheinigung (erhalten die Paten bei ihrer Kirchengemeinde)
  • Geburtsurkunden
  • Dimissiorale (Bescheinigung der eigenen Gemeinde, dass man in einer andern Taufen lassen darf)

Es war also alles erledigt. Lief dann nach anfänglichen Schwierigkeiten doch ganz glatt.

Oder doch nicht?

Vier Tage vor der Taufe bekam ich einen Anruf. Es tut ihnen sehr leid, aber sie haben aus Versehen eine Doppelbelegung der Kirche. Eine Trauerfeier. Diese stand auch schon in der Zeitung. Ob wir nicht auch nachmittags Taufen könnten?! Mein Mann war natürlich in einer Besprechung und nicht zu erreichen. Für mich kam eine Verlegung nicht in Frage. Erst Essen gehen und dann Taufen lassen?! Das war mir zu skurril. Also setzte ich mich um 16:30 Uhr im halbdunkel mit meinen fünf Monate alte Kindern ins Auto und fuhren alle Kirchen der Umgebung ab.

Der Nachbarort ging nicht, weil was weiß ich, die Hauptkirche wurde saniert und war eingerüstet. Blieb noch eine Friedhofskapelle. Die war im Dunkeln nicht zu erkennen. Im Internet konnte ich sie mir anschauen und sie hatte Charme. Zum Glück war sie frei. WhatsApp sei dank konnten wir alle über den verlegten Ort informieren. Doch mit dem Wegfall unserer Kirche, fehlte uns auch die Küsterin für die Musik.

Einen Tag vor der Taufe erreichte ich dann noch eine Musikerin. Sie hatte Zeit und konnte unsere Lieder spielen. Was für ein Glück.
Wir entschieden uns für:

  • Gott, dein guter Segen
  • Herr deine Liebe
  • Ich möcht das einer mit mir geht

Der Tag der Taufe

Wir hatten meine Neffen über Nacht, damit hatte ich am Morgen vier Kinder zum fertig machen und mich selbst. Da kam ich durchaus in Stress. Alle Kinder waren bereits am Vorabend gebadet. Das Outfit der Twins hatte ich zurecht gelegt. Als es Zeit zur Abfahrt war, waren alle fertig, nur ich nicht. Wir kamen natürlich rechtzeitig an.

Der Küster hatte die Kapelle bereits geheizt und das Taufbecken aufgestellt.
Der Gottesdienst war wunderschön und alles klappte gut. Kind 1 betete die ganze Zeit über. Das war super niedlich (siehe Bild). Die Kapelle war für uns genau das richtige. Glück im Unglück. Die Taufkerzen waren wunderschön, das anschließende Essen war lecker und es hatte allen gefallen. Die Jungs haben sowohl den Gottesdienst als auch die Zeit im Restaurant gut mitgemacht.

Für unsere Paten haben wir eine Kleinigkeit vorbereitet gehabt. Sie bekamen eine Bildercollage und eine schöne Karte. Ich hatte noch Engel mit den Fußabdrücken gebastelt, doch die kamen bei der Qualitätskontrolle des Mannes nicht durch.

Um halb fünf waren wir völlig erschlagen aber glücklich daheim.

Wenn ihr noch Inspiration für eure Taufe sucht, dann schaut doch gern auf meinem Pinterest Board vorbei.