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Die Geburtsbekanntmachung

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Nach der Geburt des eigenen Kindes möchte man all seinen Lieben von dem neuen Erdenbürger erzählen. Möchte sein großes Glück mit aller Welt teilen. Alle wichtigen Daten weitergeben. Vielleicht direkt mit einem Bild. Die Smartphones heute machen es ja möglich.

Auch ich hatte es so vor. Ein Bild von mir mit den Kindern. Erschöpft aber glücklich nach der Geburt. Dazu ein toller Text.

Den Text überlegte ich mir bereits Wochen vorher, zahlreiche Inspiration fand ich im Internet. Im Grunde musste ich nur noch die Details einsetzen.

Dann kam die Geburt. Viel früher als ich es mir wünschte. Ich sah meine Kinder erst am Folgetag. Das Bild, dass ich mir vorstellte, gab es daher leider nicht. Am liebsten hätte ich es für mich behalten, dass die zwei das Licht der Welt erblickt hatten.

Doch das ging natürlich nicht. Ich schrieb also am ersten Lebenstag folgende Nachricht an Freunde und Verwandte:

1+1=4

Ein bisschen Mama, ein bisschen Papa und ganz viel Wunder!

Längst in unsere Herzen, nun endlich auch in unsere Arme geschlossen.

Unsere Jungs 💙Kind 1💙& 💚Kind 2 💚sind zwar etwas früh,
aber gesund und munter am xx.06.2017 um 22:58 & 23:00 Uhr
mit einer Größe von 46 & 50 cm bei einem Gewicht von 2.525 & 2.530 g
zur Welt gekommen.

Dazu gab es ein Bild von ihren Schnullerketten.

Erst viel später fiel mir auf, dass aus dem Text zu vermuten war, dass alles perfekt sei. Dabei hatte ich sie bis dahin noch nicht mal in die Arme schließen dürfen.

War es vermutlich Selbstschutz? So musste ich niemandem erklären,

  • dass wir auf der Neo Intensiv lagen,
  • dass die Jungs noch Hilfe beim Atmen, Essen und der Wärme benötigten,
  • dass wir nicht wussten, wann wir nach Hause kommen würden.

Ich weiß es nicht. Wird sich auch kaum einer der Empfänger darüber gewundert haben. Wollen sie im Grunde doch nur die Eckdaten wissen. Wann, wie groß und wie schwer? Alles andere ist ja Beiwerk. Und das ist auch völlig in Ordnung so.

Wie habt ihr Freunde und Familie benachrichtigt?