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Krankenhaus mit Twins
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Krankenhausaufenthalt mit Twins

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Es ist Donnerstag, 17 Uhr. Die Twins sind müde, das will ich nutzen, denn seit der Zeitumstellung schlafen sie erst zwischen 20-21 Uhr ein. Wir essen zu Abend und ich mache sie fertig fürs Bett.

Und wie es dann immer so ist, nach müde kommt doof.

Der Erstgeborene hampelt in der Duschwanne rum. Ich versuche ihn an die Hand zu nehmen, er entwindet sich und fällt mit dem Kopf gegen den Türrahmen.

Er weint nicht, aber die Beule ist sofort zu sehen. Es ist ja nicht die erste Beule, da bin ich mittlerweile ganz routiniert bei diesen Kamikazekindern.  Also, Ruhe bewahren und ein Kühlpack drauf.

Wir putzen Zähne, es gibt eine neue Windel und wir setzen uns ins Bett. Dann passiert es. Er erbricht. Das hatten wir so noch nie. Ich bleibe ruhig. Ziehe mich, das Kind und das Bett ab.

Ich rufe im Krankenhaus an, ich vermute eine Gehirnerschütterung. Zwischen dem Sturz und dem Erbrechen liegen nur 20 Minuten. Am Telefon werden wir gebeten zu kommen. Wir sollen uns auf zwei Nächte zur Beobachtung einstellen. Ich erkläre, dass ich noch stille (Zwei!? Das ist ja toll, dass das noch klappt), doch das ist kein Problem, wir werden zu dritt aufgenommen.

Jetzt werde ich doch leicht unruhig, die beiden merken es. Da sitze ich also nackt im Ankleidezimmer, stinke nach Erbrochenem und überlege, welche Sachen ich jetzt schnell packen kann während ich stille.

Ich suche eine Tasche und stopfe völlig sinnlos Kleidungsstücke hinein. Packe die Kinder ins Auto und fahre los.

Krankenhaus mit Twins
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Ankunft am Klinikum

Auf dem Parkplatz des Klinikums angekommen erbricht er erneut ins Auto. Also, alles richtig gemacht. Kind und mich schnell nochmal auf dem Parkplatz umziehen und dann rein.

An der Aufnahme ist eine wirklich nette Schwester, die mir ganz viel Ruhe gibt. Nach dem Papierkram geht es hoch auf die Kinderstation.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, an der Neo vorbeizugehen. Es ist nun fast auf den Tag genau zwei Jahre her, da ich zum zweiten Mal in der Schwangerschaft ins Krankenhaus kam. Eigentlich hatte ich genug Krankenhausaufenthalte für die nächsten 10 Jahre.

Auf der Station angekommen werden wir nett empfangen und alles geht sehr zügig. Der Erstgeborene macht alles super mit, ist jetzt jedoch ziemlich blass um die Nase.

Die Ärztin untersucht ihn und ordnet erstmal eine zwei stündliche Überwachung an. Wir sollen in unser Zimmer. Gerade als ich unsere Tasche anheben will, erbricht Kind zwei. Also doch ein Magen Darm Infekt. Aufgrund des Sturzes müssen wir trotzdem bleiben. Und ich bin auch ganz froh, zu Hause hätte ich das nicht so gut managen können.

Was ich völlig vergessen habe, ich selbst hatte kaum 48 Stunden zuvor flach gelegen. Doch durch den Sturz habe ich das gar nicht mit mir in Verbindung gebracht.

Wir haben ein Einzelzimmer mit drei Betten. Der Papa ist mittlerweile da, da erbricht der Erste zum dritten Mal. Die Ärztin lässt uns ein Zäpfchen geben. Der Zweite will seinem Bruder in nichts nachstehen und tut es seinem Bruder gleich. Auch hier erhalten wir nun ein Zäpfchen.

Der Papa fährt nach Hause und ich mache die Twins fertig. Wir legen uns gerade zum stillen hin, da soll ich noch mal zur Anmeldung und Kind Zwei aufnehmen lassen. Es ist mittlerweile nach 20 Uhr. Ich hätte sie lieber erst in den Schlaf begleitet, aber sie lassen sich nicht so schnell zum Einschlafen bringen.

Der Pfleger verspricht sich zu ihnen zu setzen und so flitze ich über die Flure. An der Aufnahme ist wieder die tolle Schwester. Sie hält es für totalen Quatsch, dass ich nochmal los geschickt wurde. Aber ein paar Worte Small talk mit ihr entspannen mich.

Ich höre bei meiner Rückkehr auf Station schon eines meiner Kinder weinen. Ich liefere schnell die Papiere ab und sehe den Pfleger im Schwesternzimmer, schade. „Sie sind ja so lieb“, äh okay, er hört sie also nicht weinen.

Die erste Nacht

Als ich im Zimmer ankomme schläft der Erstgeborene, die Erschöpfung. Kind zwei nehme ich zu mir und ich stille ihn, er findet nicht in den Schlaf.

Der kleine Sturzpilot wird an die Sauerstoffsättigungsüberwachung angeschlossen. Alle zwei Stunden wird der Blutdruck gemessen und die Pupillen Reaktion kontrolliert. Er verschläft die ersten zwei Male, sein Bruder nicht. Für ihn ist es ganz schlimm, dass fremde Menschen seinen Bruder anfassen.

Nach dem Schichtwechsel kommt eine sehr nette Schwester. In dem Moment erbricht sich der Zweitgeborene über mich. „Ist es immer so viel?“ „Ja.“ „Sollte einer von beiden noch einmal so erbrechen, werden wir eine Infusion anhängen.“

Was mir keiner vorher sagte, ich hätte nach dem Zäpfchen eine Stillpause von zwei Stunden machen sollen, das wusste ich nicht.

Endlich findet auch Kind Zwei in den Schlaf. Ich schaffe es sogar, nach mehreren Versuchen, ihn in sein Bett umzulagern.

Zur nächsten Kontrolle habe ich beide im Bett, die nette Schwester deckt uns zu. Ich bin sehr erleichtert, dass sie mich so mit den Kindern schlafen lässt.

Ich selbst bekomme erst nach zwei Uhr die Augen zu. Bei jeder Kontrolle werde ich wach, beruhige, stille. Ich horche ganz genau, immer in Sorge, dass noch mal die Übelkeit zuschlägt. Doch die Zäpfchen scheinen zu helfen.

Krankenhaus mit Twins
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Ein langer Tag in Einzelhaft

Um sechs Uhr ist die Nacht zu Ende und ich bin kaputt. Das Frühstück gibt es um acht. Es ist erneuter Schichtwechsel. Mein Mann ist zu Besuch und wir duschen erstmal den Geruch von uns Dreien. Alleine habe ich das nicht geschafft.

Wir liegen isoliert, zu hoch ist die Ansteckungsgefahr. Das Betreten des Zimmers soll nur mit Maske, Handschuhen und Schutzanzug erfolgen. Die neue Schwester gibt mir jedoch die Möglichkeit zwischen den Kontrollen rauszugehen. Da ich unseren Kinderwagen mit habe, gehen wir für eine halbe Stunde raus.

Der Mittagsschlaf jedoch will nicht recht gelingen. Zu aufregend alles um sie herum und vermutlich haben sie auch Hunger und Bauchweh. Ich stille den ganzen Tag und bin so froh über diese Möglichkeit. So nehmen sie wenigstens etwas zu sich.

Nach dem Mittagessen, das von uns Dreien verschmäht wurde, die Visite. Sie werden wohl einen Virus haben. Wenn alles so bleibt ist am nächsten Tag schon die Entlassung. Und ich hoffe sehr darauf, denn der Tag zieht sich.

Kind zwei schreit zwischendrin wie am Spieß. Ich lasse ihn Fernsehen auf dem iPad. Breche damit meine eigenen Regeln. Aber ich bin erschöpft. Zu klein das Zimmer, zu wenig Abwechslung. Ich habe Bücher und Autos mit, bekomme sie damit aber nicht den ganzen Tag beschäftigt.

Der Papa besucht uns nun zum zweiten Mal an diesem Tag. Aber auch er kann die Stimmung nicht heben. Das Abendessen bleibt auch liegen, sie haben noch keinen Appettit.

Die zweite Nacht und dann ab nach Hause

Sie schlafen früh ein und ich lasse sie gleich bei mir im Bett liegen. Die nette Nachtschwester ist wieder da. Es wird zwei Kontrollen in dieser Nacht geben. Ich selbst werde jedoch häufiger wach. Die Sättigungsüberwachung löst sich ständig vom Zeh und ich mache sie selbst wieder dran. Die Zeit der Neo hat einen da zum Profi gemacht.

Am nächsten Morgen warten wir lange auf eine Schwester. Kind Eins möchte seine Überwachung am liebsten selbst abmachen. Als das Frühstück kommt, beißen beide gleich herzhaft in ihr Brötchen. Der Appetit ist zurück, ein gutes Zeichen. Eine Ärztin kommt, das Zimmer wird gebraucht. Wenn wir so weit wären, könnten wir entlassen werden. Kein Problem, ich sage, dass ich bloß 10 Minuten brauche.

Als sie nach einigen Minuten den Arztbrief bringt, ist sie ganz verwundert, dass wir schon fertig gepackt haben. Das Auto steht auf dem Parkplatz, ich muss auf niemanden warten. Es kann losgehen.

Es war sehr anstrengend auf so engem Raum mit zwei kleinen Wirbelwinden.

Nun warten wir noch, was es wohl genau war. Denn auf den letzten Metern haben wir tatsächlich auch noch den Papa angesteckt. Mal sehen, was das Labor herausfinden wird.

Was ich absolut erstaunlich fand, wie gut die Kleinen es insgesamt weggesteckt haben.

Habt ihr auch schon Krankenhauserfahrungen mit euren Kindern gemacht? Ich bin gespannt auf euren Kommentar.

Eure Jess

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