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Langzeitstillen - Stillst du etwa immer noch?
Langzeitstillen - Stillst du etwa immer noch?

Langzeitstillen – Stillst du etwa immer noch?

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Als stillende Mutter begegnet mir diese Frage ziemlich regelmäßig. Bereits nach vier Monaten musste ich sie mir das erste Mal anhören. Seit ihrem ersten Geburtstag immer häufiger. Denn seit dem gelten wir als Langzeitstillend.

Ja, ich stille – immer noch.

Habe ich mir das vorher so überlegt? Nein, aber die Twins brauchen es noch. Also warum sollte ich es ihnen verwehren?

Das natürliche Abstillalter liegt nicht bei 6-12 Monaten. Es liegt bei ungefähr 2,5-6 Jahren. Selbst die WHO empfiehlt mindestens bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres zu stillen. Diese Empfehlung gilt nicht nur für Drittweltländer, sie gilt für alle.

Also warum finden wir es so befremdlich, wenn ein Kleinkind gestillt wird? Preisen wir nicht zu Beginn die Vorteile der Muttermilch an? Die wird ja nicht plötzlich schlecht! Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich nicht mehr. Warum sollten die Vorteile plötzlich nicht mehr gelten?!

Langzeitstillen - Stillst du etwa immer noch?
Langzeitstillen – Stillst du etwa immer noch?

Der eine dafür – der andere dagegen

Unser Zahnarzt empfahl abzustillen mit dem ersten Zahn. Doch warum? Muttermilch allein ist kein Grund für Karies. Dauernuckeln, zuckerhaltige Lebensmittel und schlechte Zahnpflege sind hier aufzuführen. Jeder Nuckel oder jedes Fläschchen sind schlechter für den Kiefer und die Zähne als Mutter Natur.

In der Schwangerschaft empfahl mir die Stillberaterin der Klinik zwei Jahre zu stillen. Denn ich hatte einen Schwangerschaftsdiabetes. Sowohl für mich als auch die Twins würde sich das Risiko an Diabetes II zu erkranken deutlich reduzieren. Zwei Jahre!? Ich konnte mir das absolut nicht vorstellen. In meinem Umfeld ist Langzeitstillen einfach verpönt. Doch dann vergangen die ersten 12 Monate und wir stillten noch immer. Und ich fragte mich: Warum sollte ich meine Kinder nicht vor so einer fiesen Krankheit schützen? Ich lasse sie doch schließlich auch impfen.

Ich wollte euch meine Stillgeschichte ursprünglich in drei Teilen erzählen. Als ich den ersten Akt online stellte, war ich für mich schon in der Abstillphase. Das war vor ca. 11 Monaten, kurz nach dem Beikoststart. Es ist nicht so, als hätte ich es nicht mal versucht abzustillen. Doch die Twins nehmen in der Nacht keinen Schnuller zum Beruhigen, der fliegt nur durch den Raum. Eine Nuckelflasche akzeptieren sie ebenfalls nicht, auch nicht vom Papa. Und warum sollte ich mit viel Tränen und ein bis zwei harten Wochen abstillen? Des Schlafes wegen? Denn die Kinderärztin empfiehlt ebenfalls das Abstillen. Der Schlaf würde dann besser werden. So zumindest die Theorie.

Langzeitstillen - Stillst du etwa immer noch?
Langzeitstillen – Stillst du etwa immer noch?

Stillen ist nicht der einfache Weg

Viele sagen, stillen sei der einfachere Weg. Klar, ich bekomme sie so beruhigt und zuverlässig in den Schlaf. Aber stillen ist auch wahnsinnig anstrengend. Körperlich verlangt es mir einiges ab Zwillinge zu stillen. Und ich bin die einzige, die sie ins Bett bekommt. Ich wünsche mir auch mal eine Nacht durchzuschlafen. Aber der Papa kann nicht übernehmen. Und soll ich euch was sagen, das ist ok. Dann sind es für mich mal zwei Jahre Entbehrung und Schlafmangel. Aber zu sagen es sei der einfache Weg ist nich die ganze Wahrheit.

Wir werden stillen, so lang es sich für mich richtig anfühlt. Die Jungs werden zunehmend verständiger. Und ich bin mir sicher, es wird der Punkt kommen, wo es sich für uns alle richtig anfühlt aufzuhören. Und dann werde ich es sicher vermissen. Denn stillen ist viel mehr als nur Nahrung, es ist Nähe, es ist kuscheln, es ist unsere Exklusivzeit.

Wie sind eure Erfahrungen zum Thema Langzeitstillen?
Ich bin gespannt.

Eure Jess

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