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Verbündete – für Zwillingsmütter unverzichtbar

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Es ist nun schon ein Jahr her, dass ich meine Verbündete, meine Gleichgesinnte traf. Und ich bin sehr froh, jemanden in der selben Lebenssituation an meiner Seite zu wissen.

Wie alles begann

Ich lag bereits seit ein paar Tagen im Klinikum und bekam meine dritte Bettnachbarin in dieser Zeit. Die erste war ganz aufgeregt, sie wollte unbedingt das ihr Kind zur Welt kommt. Doch ihre Wehen waren noch keine Geburtswehen. Sie verließ das Krankenhaus nach zwei Tagen. Die nächste sprach kein Deutsch. Kam wegen vorzeitiger Wehen, bekam die Lungenreife und Wehenhemmer, so wie ich bei meinem ersten Krankenhausaufenthalt und wurde nach zwei Tagen entlassen. Und dann kam sie. Zwillingsschwanger mit zwei Mädchen. Nur eine Woche hinter mir. Sie selbst ein halbes Jahr jünger als ich. Ihre Diagnose wie meine, einen verkürzten Gebärmutterhals.

Wir tauschten bereits am nächsten Tag unsere Nummern aus und verbrachten die nächsten zweieinhalb Wochen gemeinsam in unserem Zimmer. Wir tauschten uns über noch nötige Anschaffungen aus oder ganz banal über das Fernsehprogramm. Wir schauten gern dieselben Sendungen.

Wir durften fast immer gleichzeitig aufstehen oder waren zur selben Zeit ans Bett gebunden. Aber was heißt aufstehen!? Einen Gang zum CTG oder zum Buffet. Viel weiter war es dann ja auch nicht. Wenn das untersagt war, gab es das CTG im Bett und das Essen wurde ebenfalls gebracht. Unsere Männer versorgten uns mit Leckereien, mit unseren Muttis quatschten wir auch gegenseitig.

Wir hatten ein gemeinsames Etappenziel: 34+0! Jeden Morgen nach dem Aufstehen sagten wir uns unser Motto: Und wieder einen Tag geschafft!

Ich wurde bei 34+0 entlassen und der Kontakt brach nicht ab. WhatsApp sei dank konnten wir uns weiter austauschen. Als meine Jungs zur Welt kamen, hatte ich nicht das Glück wieder zu ihr aufs Zimmer zu kommen, aber ich besuchte sie möglichst täglich.

Unsere Kinder kamen mit fünf Tagen Abstand zur Welt. Wir waren also auch weiterhin sehr nah bei einander. Auf der Neo hatten wir die Zimmer hintereinander. Und über all die Zeit einen regen Austausch über WhatsApp.

Als ich meinen Heultag hatte, konnte sie mich verstehen. Sie verstand wovon ich sprach. Kannte dieselben Ängste.

Füreinander da

Und auch als wir alle daheim waren blieb der Kontakt. Wir schrieben uns fast täglich. Tauschten uns über das Stillen, die Nächte und die Entwicklung aus, zu Zähnen, Beikost und dem Familientisch. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Im Grund alles, was im ersten Lebensjahr uns begegnet und bewegte, Tag und Nacht, vor allem in den ersten Wochen gern auch nachts. Wer ist da schon wach, außer einer Mama in derselben Situation? Und es blieb so für die nächsten Wochen und Monate bis heute.

Alle paar Monate treffen wir uns und beobachten unsere Vierlinge, wie wir unsere Double Twins nennen. Mein erster und ihre zweite sind von Anfang an schwer in Love. Das Babyschwimmen haben wir ebenfalls gemeinsam besucht und werden auch das Bambinischwimmen zusammen erleben.

Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt, etwas tolles oder schlechtes mit den Twins passiert, dann ist sie die Erste, an die ich denke. Mit der ich in Kontakt trete.

Die Entwicklung unserer Kinder war nie ein Wettstreit. Es gab immer ehrliche Freude. Ohne Neid oder Missgunst, ohne Beurteilung oder Verurteilung. Wir haben füreinander stets ein offenes Ohr, sowohl für Gutes und für Schlechtes. Dieser Austausch hat mir in diesem Jahr so unglaublich viel geholfen, vor allem emotional. Zu wissen, ich bin nicht allein. Es gibt jemandem, dem passiert genau das Gleiche.

Ich bin sehr dankbar für dich in meinem Leben! Schön, dass es dich gibt!

Der wichtigste Mensch in unserem Leben

Mein Mann! Auch er ist mir ein wichtiger Verbündeter. Ich möchte ihm ebenfalls danken, denn in diesen letzten 1-1,5 Jahren ist er über sich hinaus gewachsen.

Als wir uns kennen lernten, sagte er, er kann nur Putzfrau und Handwerker. Seit ich in der Schwangerschaft liegen musste, kauft er ein, kocht, wäscht die Wäsche und kümmert sich um meinen Hund. Er unterstützt und verwöhnt mich wo er nur kann.

Er sieht alles entspannt und auch, wenn mich das hin und wieder wahnsinnig macht, so bringt er damit viel Ruhe rein. Er ist mein Fels in der Brandung, der bei jedem Sturm sicher steht.

Mein Rat an euch

Liebe Schwangere,
such dir Verbündete! Zwillinge sind eine besondere Herausforderung. Such dir jemanden in derselben Lebenssituation zum austauschen. Wenn nicht im realen Leben, dann virtuell. Bei Instagram gibt es eine tolle Mutti Community die ohne zu verurteilen und sehr wertschätzend miteinander umgeht. Du bist nicht allein!